ELFEN Wochenrückblick FLYERALARM Frauen-Bundesliga

Der Aufstand der Kellerkinder

Die FLYERALARM Frauen-Bundesliga bleibt spannend – sowohl an der Spitze, wie auch im Tabellenkeller. Für Letzteres sorgten am Wochenende vor allem der SC Sand und der SV Meppen. Während die Ortenauerinnen über Werder Bremen wie ein Sandsturm hinwegfegten, schlugen die Emsländerinnen überraschend den Tabellendritten aus Hoffenheim. Der MSV Duisburg muss dagegen den Gang in die Zweitklassigkeit antreten.

Turbine Potsdam – Bayern München 2:3

Die Gäste stellten zwar die Mannschaft mit den größeren Spielanteilen, doch von einem souveränen Auswärtssieg zu sprechen, würde dem Verlauf der Begegnung nicht gerecht. Der Tabellenführer ließ defensiv einiges zu und hatte diverse Male Glück, dass die Turbinen daraus nicht häufiger Kapital schlagen konnten. Gerade Selina Cerci war auf Seiten der Heimmannschaft ein ständiger Unruheherd, ging aber oft zu verschwenderisch mit ihren Torchancen um. Für Unmut auf Seiten der Potsdamerinnen sorgte zudem die Elfmeterentscheidung vor dem 1:2: Keeperin Vanessa Fischer hatte Lea Schüller zwar wohl getroffen, aber auch klar den Ball gespielt.

Bayer Leverkusen – SGS Essen 2:1

Die Gastgeberinnen zeigten die reifere Spielanlage und sorgten gerade bei Standards dank ihrer körperlichen Vorteile für viel Gefahr. Vorne ergänzte sich das Sturmduo Tanaka/Nikolic wie so oft hervorragend, hinten verlieh die Rückkehr von Lilla Turanyi dem Abwehrzentrum Stabilität. Trotzdem wäre für Essen ein Punkt möglich gewesen, doch im Abschluss fehlte oft die nötige Kaltschnäuzigkeit. Außer beim Anschlusstreffer: Der 17-jährigen Carlotta Wamser gelang mit einem Rechtsschuss in den Winkel aus knapp 20 Metern ein absolutes Traumtor.

SV Meppen – TSG Hoffenheim 1:0

Das Emsland war Schauplatz der großen Sensation des 18. Spieltages. Wobei der 1:0-Heimsieg des SV Meppen gegen den Tabellendritten aus dem Kraichgau nicht einmal besonders glücklich zustande kam. Die Hoffenheimerinnen verzeichneten zwar deutlich mehr Ballbesitz, aber zwingende Möglichkeiten blieben Mangelware und an der Strafraumgrenze war häufig Schluss. SV-Torhüterin Laura Sieger und ihre Vorderleute um Abwehrchefin Lisa-Marie Weiss hielten den Kasten sauber, während vorne Emmerling, Endemann und Torschützin Agnieszka Winczo immer wieder gefährliche Entlastungangriffe vortrugen.

SC Sand – Werder Bremen 6:1

Bis zur 70. Spielminute lieferten sich beide Mannschaften ein kampfbetontes Kellerduell auf Augenhöhe. Doch mit dem 2:1 durch die eingewechselte Summer Green brachen beim Gast alle Dämme, während sich der SC in einen wahren Rausch spielte. „Jeder Schuss ein Treffer“ hieß fortan das Motto und das Trainerdebüt von Alexander Fischinger entwickelte sich zur eindrucksvollen Zurückmeldung im Abstiegskampf. Besonders überzeugend bei den Gastgeberinnen war erneut Chiara Loos, die auf ihrer rechten Seite dribbelte und flankte, was das Zeug hielt.

SC Freiburg – Eintracht Frankfurt 0:3

Am Ende fiel die Niederlage sicher um ein, zwei Tore zu hoch aus, aber die Gäste vom Main stellten zweifellos die bessere Mannschaft an diesem sonnigen Sonntagnachmittag. Wie schon in den letzten Wochen präsentierte sich vor allem Barbara Dunst auf dem linken Flügel in Galaform und war an allen gefährlichen Aktionen der SGE beteiligt.

MSV Duisburg – VfL Wolfsburg 0:4

Die Geschichte der Begegnung ist schnell erzählt: Die Duisburgerinnen wehrten sich nach Kräften, doch hatten der körperlichen und spielerischen Überlegenheit der Wölfinnen letztendlich wenig entgegenzusetzen. Gerade bei ruhenden Bällen setzten sich die Gäste immer wieder durch. Die Heimniederlage des MSV ist gleichbedeutend mit dem Abstieg der „Zebras“ in die 2. Bundesliga.