Vor dem Ballett gerettet

Engelsgleich über die Bühne zu tanzen war einmal ihr Traumberuf. Doch sie wollte mehr Action. Die 30-jährige Berlinerin ist Stuntfrau – und doch auch dort schon ein Engel gewesen.

Hannah Spreitzenbarth

Text: Christian Neubert        Fotos: Eric Ortner

Kreuzbandrisse und eine Meniskus-OP, dazu einige Verstauchungen. Das könnte die Leidensgeschichte einer extrem gebeutelten Fußballerin sein, sind aber die beruflichen Begleiterscheinungen der Hannah Spreitzenbarth. Die 30-jährige Berlinerin ist Stuntfrau und da gehören Blessuren – größere und kleinere – nun einmal zum Jobrisiko dazu. Gleich bei ihrem ersten offiziellen Stunt-Auftrag bekam Hannah direkt die Nase gebrochen. Den Fausthieb tut sie heute lachend als typischen Anfängerfehler ab.

Und immerhin: wenigstens folgten keine weiteren Brüche.

Dass man als Stuntfrau aufs Ganze gehen muss, ist klar. Dennoch ist sie überzeugt: „Mein Beruf hat meinen Körper vorm Ballett gerettet.“ Das erstaunt, wird von ihr aber so erklärt, dass eine professionelle Ballettlaufbahn physischen Raubbau bedeutet – obgleich der Tanzsport dennoch ihr Traumberuf war.