DFB ändert das Spielrecht für trans*, inter* und nicht binäre Personen

Ein Schritt in Richtung Gleichberechtigung. Ab der Spielzeit 2022/23 ändert sich im Spielrecht des DFB für trans*, inter* und nichtbinäre Personen Grundlegendes. Die Änderungen wurden für den Amateurfußball in die DFB-Spielordnung, die DFB-Jugendordnung und die DFB-Futsal-Ordnung aufgenommen.

Wie ELFEN schon in ELFEN #8 berichtet hatte, war es bis zum heutigen Zeitpunkt für trans*, inter* und nicht binäre Personen mehr als kompliziert, im Fußball selbstbestimmt mitzuspielen. Es gab unterschiedliche Handhabungen in den jeweiligen Landesverbänden, meist brauchte es Sondergenehmigungen und selbst große Verbände und Institutionen, wie das Internationale Olympische Komitee (IOC) oder der Deutsche Fußball Bund, blieben Regelung frei von Diskriminierung schuldig.

Das IOC regelte es bisher so, dass trans und intergeschlechtliche Athlet*innen einen bestimmten Testosteronwert unterschreiten mussten, um bei den Spielen zugelassen zu werden.

Schrieb Inga Hofmann, Tagesspiegel, in ELFEN #8

Als größtes Problem des Situation im Fußball beschrieb im ELFEN-Artikel von Hofmann der Ansprechpartner für geschlechtliche und sexuelle Vielfalt bei DFB, Christian Rudolph, damit, dass ein einheitliches und bindendes Spielrecht fehle. Mit der heute bekannt gewordenen Änderung in dieser Sache, begeht der Deutsche Fußball Bund demnach Neuland. Worum geht es im Detail:

  • Spieler*innen mit Personenstandseintrag „divers“ oder „ohne Angabe“ sowie Spieler*innen, die ihr Geschlecht angleichen lassen, können zukünftig (ab Saison 22/23) selbst die Entscheidung treffen, ob ihnen die Spielberechtigung für ein Frauen- oder Männerteam erteilt wird.
  • Transgeschlechtliche Spieler*innen können nun zu einem selbstbestimmten Zeitpunkt ihre Mannschaft wechseln oder auch in ihrem vorherigen Team bleiben.

Den in ELFEN #8 aufgeführten Punkt rund um die Problematik der Testosteronwerte und auch weitere Problematiken um durch Medikamenteneinnahme verursachte Dopingrelevanzen entschärft das neue Spielrecht vollends.

Solange die sportliche Betätigung während der Einnahme von Medikamenten die Gesundheit der betroffenen Personen nicht beeinträchtigt, können die Personen am Spielbetrieb teilnehmen, weshalb die neue Regelung eine Dopingrelevanz ausschließt.

Quelle: DFB Pressemitteilung

Seit 2018 ist für Spieler*innen möglich im Personenstandsregister den Eintrag „divers“ anzugeben, eine explizite Regelung für den Fußball in Deutschland für Personen mit entsprechendem Eintrag gab es bisher nicht. Wie schon in ELFEN #8 die Überschrift abbildete („Damit wirklich alle mitspielen können“) untermauert der DFB nun in seiner Pressemitteilung ihre Bemühungen mit „Denn alle Menschen sollen am Fußball teilhaben können.“ Damit in den Landesverbänden der Zugang zu den neuen Regelungen niederschwellig gehalten werde, würden von den Landes- und Regionalverbänden Vertrauenspersonen benannt, die Spieler*innen in entsprechenden Situationen bei der Erteilung des Spielrechts unterstützen.

Inga Hofmann zeigte sich über die Änderung im Spielrecht erfreut:

Der Fußball sendet mit der neuen Regelung ein wichtiges Signal, insbesondere in Zeiten, in denen trans, nicht binäre und inter Personen zunehmend aus internationalen Wettbewerben wie beim Schwimmen ausgeschlossen werden. Zuvor war es für sie mit großen (bürokratischen) Hürden verbunden, das Fußball-Team zu wechseln. Das hat viele Personen dazu gebracht, den Sport aufzugeben, insbesondere während der Transition.

Ausführliche Informationen über die Änderungen im Spielrecht fasst der DFB hier zusammen.

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