Fast zurück auf dem Platz und doch wieder von einer Verletzung zurückgeworfen.

„Almuths Entscheidung hat mich schon getroffen“

Alex Popp musste zuletzt erneut am Knie operiert werden und wir haben ihre freie Zeit genutzt, um ein Interview zu führen.

Alex Popp / imago images/Sports Press Photo

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Das Wichtigste zuerst: Wie geht es dir?

Mir würde es grundsätzlich besser gehen, wenn ich auf dem Platz stehen könnte. Aber die letzte Operation ist gut verlaufen und einen Tag später konnte ich schon etwas ohne Krücken laufen und saß zuhause ein bisschen auf dem Fahrrad. Bisher hatte ich kaum Probleme und ich bin guter Dinge, dass der Weg so weitergeht.

Du hast erst eine Verletzung überstanden und musstest doch nochmal unters Messer. Wie sehen die kommenden Wochen bei dir aus? Geht es zurück in die Reha?
Es ist zum Glück etwas anders als bei der Verletzung vor einem Jahr. Der Eingriff war jetzt auch nicht so drastisch. Nichtsdestotrotz bin ich wieder jeden Tag erst einmal in der Reha und das Knie wird langsam aufgebaut . Das Gute ist, dass ich bereits eine sehr gute Grundlage habe, da ich aus einem fitten Zustand in diese OP gegangen bin. Der Weg zum Comeback 2.0 wird also kürzer! Die Prognose liegt aktuell bei vier bis sechs Wochen.

Deine Mannschaft, der VfL Wolfsburg, war bereits am vergangenen Wochenende wieder auf dem Platz und konnte auswärts gegen Turbine Potsdam 3:0 gewinnen. Wie bewertest du das Spiel?

Ich war natürlich sehr glücklich über die drei Punkte, aber nicht nur die Punkte, sondern auch das Wie war entscheidend. Wir haben wirklich ein super Spiel gemacht und das, obwohl wir eine Woche zuvor im Testspiel gegen Eintracht Frankfurt gefühlt noch komplett in der Findungsphase waren. Da Potsdam eine sehr gute Vorbereitung hingelegt hatte und auch in den letzten Punktspielen erfolgreich war, wussten wir vor der Partie nicht hundertprozentig, wo wir stehen. Hinzu kommt das KarLi, in dem es immer besonders und niemals einfach ist zu spielen. Mit diesen Gegebenheiten ist mir ein Stein vom Herzen gefallen, als wir gewinnen konnten und so die Tabellenspitze zurückgeholt haben.

Apropos Tabellenspitze: Aufgrund des verschobenen Spiels konntet ihr ja nur auf Platz zwei überwintern, ist es da auch wichtig für den Kopf, jetzt wieder an der Spitze zu stehen?

Also wir sprechen da jetzt nicht jeden Tag über die Tabellensituation, aber natürlich ist es unser Anspruch da oben stehen zu wollen. Daher waren die drei Punkte immens wichtig, um so auch mit einem Dreier in die Rückrunde zu starten. Das gibt Selbstbewusstsein und einfach ein gutes Gefühl.

Wurde dieses gute Gefühl zum Start dadurch getrübt, dass Almuth Schult ihren Vertrag in Wolfsburg nicht verlängert?

Almuths Entscheidung hat mich schon getroffen, wir haben natürlich eine lange Vergangenheit und waren egal ob bei der Nationalmannschaft oder im Verein so gut wie immer zusammen. Dabei wurde Almuth für mich in Dingen wie Mannschaftsführung eine ganz wichtige Spielerin an meiner Seite und auch ein wichtiger Mensch. Ich bedauere es natürlich, dass sie uns im Sommer verlässt. Auf der anderen Seite ist es in unserem Geschäft auch eher normal, dass sich Wege irgendwann trennen, und ich bin mir sicher, dass Almuth ein wichtiger Teil des Fußballs in Deutschland bleiben wird.

Wusstest du bereits früher von Almuths Plänen?

Ja, ich war schon eine derjenigen, denen sie früher als der Öffentlichkeit davon berichtet hat. Einfach weil uns eben schon solange der Sport miteinander verbindet. Das war ihr auch wichtig und ich hatte so die Möglichkeit mich seelisch darauf vorzubereiten.

Bevor jedoch der Abschied ansteht, warten noch einige wichtige Spiele auf euch. Für das Viertelfinal-Rückspiel in der Champions League spielt ihr jetzt wie Barcelona, Paris und München im Stadion der jeweiligen Herren. Ist das ein wichtiger Schritt?

Das ist ein großes Zeichen, auf jeden Fall. Es geht damit, dass wir in den großen Stadien spielen dürfen, in die richtige Richtung. Es liegt jetzt natürlich auch an den Fans, die entsprechenden Stadien mehr zu füllen. Aber schon grundsätzlich ist es für uns ein Zeichen der Wertschätzung und ich hoffe, dass es nicht bei einem Spiel bleibt.

In der Liga hört man noch nichts von solchen Planungen. Muss sich auch im Bundesliga-Geschäft etwas ändern, wenn es denn in der Champions League möglich ist?

Ich glaube es ist eine große Frage des Marketings, wie die Spiele zuerst einmal beworben werden. Da kann ich mir schon vorstellen, dass in der ein oder anderen Stadt die Menschen gar nicht wissen, wann die Frauen-Bundesliga spielt. Unabhängig von dem „Wo“ muss also daran angesetzt werden, die Fans überhaupt in ein Stadion zu bringen. Vielleicht müssen die Vereine dabei auch den ein oder anderen Euro in die Hand nehmen, aber da müssen wir hinkommen. Ich sage immer, dass man da vielleicht mal in Spanien nachfragen sollte, wie die das dort hinbekommen haben. Doch die Deutschen tun sich dabei irgendwie immer sehr schwer und wollen etwas Eigenes entstehen lassen, anstatt einfach mal beim Nachbarn zu klopfen. Ein Spiel in der Volkswagen-Arena vor ausverkauftem Haus würde ich mir schon noch wünschen.

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